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: Interview mit ThinkOOTB aus Berlin : 

„Mir ist wichtig, dass ich nicht als der große "Doktor" gesehen werde und das die Menschen zu mir kommen, weil sie zu mir und zu keinem anderen wollen -so kann ich am besten helfen"

Ein Vormittag in der Praxis für Zahnmedizin & Kieferorthopädie in Singen am Bodensee. Die bekannte Celebrity Marketing Agentur ThinkOOTB aus Berlin, die Dr. Jaroch noch gut aus den Zeiten in Berlin kennt, empfing Dr. Jaroch zu einem Interview, um mehr über seine beiden Leben - das der Medien und das des Arztes - zu erfahren.

Dr. Jaroch gemeinsam mit Prof. Mang bei einem Vortrag

ThinkOOTB: Herr Jaroch, wenn Sie am Bodensee sind, trifft man Sie täglich hier in ihrer Praxis, wenn Sie nicht da sind, reisen Sie mit Vorträgen im Gepäck um die Welt - und von Patienten haben wir gehört, dass Sie auch Mails und 11 Uhr abends beantworten. Wann wird Ihnen das auch mal zu viel?

Jaroch: Das wird nicht passieren.

ThinkOOTB: Warum?

Jaroch: Ich gehe immer gerne an meinen Arbeitsplatz oder mit gerne unterwegs - das öffnet den Horizont! Und: So lange die Patienten das auch sinnvoll nutzen, sehe ich keinen Grund, nicht immer erreichbar zu sein. Es macht mir Spaß, und meine Neugierde treibt mich an. Ich habe noch Pläne.

ThinkOOTB: Warum sind sie 2010 von Berlin an den Bodensee gegangen?

Jaroch: bin ich nicht. Ich war vorher 1 Jahr in der Schweiz und 1 Jahr in Österreich. Dann bin ich an den See. Da war ich dann 3 Jahre in der Kieferorthopädie. Das war mir aber zu wenig - ich habe mich dann noch weiter im Bereich Chirurgie, Implantologie und ästhetischer Zahnmedizin weitergebildet, sehr viel Zeit und Geld in Zusatzstudien gesteckt. Jetzt ist die Sache für mich "rund".

ThinkOOTB: Und warum dann der Bodensee? Fiel es jemandem wie ihnen nicht schwer, Berlin zu verlassen?

Jaroch: Hat sich so ergeben. Aber ich bin froh drum. Berlin ist unüberschaubar, der Bodensee entschleunigt. Das tut hier am See allen gut. Berlin ist ja nicht aus der Welt - ist ja nicht so, dass ich nicht nach wie vor viel und gerne in Großstädte reise. Ich bin immer noch mehrmals im Jahr in der Stadt und bin dort mit Kollegen und Freunden nach wie vor stark vernetzt.

ThinkOOTB: Sie haben in Berlin lange als Leistungssportler Wasserball gespielt - fehlt Ihnen der Sport?

Jaroch: Naja - da war eine sehr schöne Zeit. Ich war in der ersten Bundesliga und bei der Berliner Auswahl. Das ist nun schon lange her. Wir unterstützen aber nach wie vor den Sport - wie den Turnverein Singen oder den Tischtennisclub Singen.

Dr. Jaroch gemeinsam mit Kim Gloss

ThinkOOTB: Warum Singen?

Jaroch: Singen ist neben Konstanz die einzige "Stadt" - damit meine ich es ist so gross, dass nicht jeder jeden kennt und gleichzeitig so klein, dass man immer den Überblick behält. Ein wenig wie Berlin - offen, multikulturell, so wie ich - nur eben viel kleiner.

ThinkOOTB: Stimmt es, dass sie das Studium an der Charité unter den 10% der Besten in der Regelstudienzeit abgeschlossen haben?

Jaroch: Stimmt.

ThinkOOTB: Und?

Jaroch: Nichts und...- Ich musste nur einen ganz kleinen Teil meines BAföG-Kredites zurückzahlen. Nur das hat mich interessiert. Nach der Uni ist man nicht besonders gut - da muss man sich noch den Hintern zusammenkneifen und Weiterbildungen besuchen - erst dann wird man gut.

ThinkOOTB: Warum haben Sie so viel Geld in Ihre Weiterbildung gesteckt - andere fahren für das Geld dicke Sportwagen?

Jaroch: Das ist eine Typfrage, mich haben solche Dinge wie Porsche und Rolex nicht interessiert und ich bin auch nicht Zahnarzt geworden, um Porsche zu fahren - das kann jeder. Natürlich ist das eine gute Frage, die mir viele stellen. Vor allem Kollegen sind der Meinung, dass meine Leistung eh nicht von der Kasse bezahlt wird. Das kann stimmen, doch zumindest kann ich den Patienten alternativen zu Kassenleistungen anbieten, die über das Kredo der Krankenkassen "ausreichend - also 4" hinausgehen. Und: Viele Patienten nutzen mein Zusatzwissen und sind sehr dankbar darüber, auch wenn es die Kasse nicht zahlt.

ThinkOOTB: Warum möchten sie nicht gerne „Dr. Jaroch“ genannt werden?

Jaroch: Ist unnötig. Das schafft eine künstliche Distanz zwischen mir und den Patienten. Das möchte ich nicht. Ich mag es lieber direkt und vor allem menschlich. Ich mag diese ganzen Standesunterschiede nicht - gegenseitigen Respekt jedoch im besonderen Maße.

ThinkOOTB: Sie schreiben nationale und internationale Artikel zu ästhetischen Behandlungen, arbeiten als Referent, geben Fortbildungen - wie schaffen Sie das alles?

Jaroch: Das geht schon. Disziplin. Ich mache das so lange, wie es Spaß macht. Zur Zeit ist es mehr Spaß als Arbeit, das ist mein Antrieb. Ich lerne sehr gute Kollegen und interessante Persönlichkeiten kennen. Im Urlaub ist mir nach wenigen Tagen langweilig.

ThinkOOTB: Sie sind ein erfolgreicher Zahnarzt – haben Sie auch mal Zweifel?

Jaroch: Vor allem bin ich Mensch, klar habe ich Zweifel. Man sollte nie aufhören, sich selbstkritisch zu prüfen. Doch irgendwann im Leben sollte man mit sich im Einklang sein und nicht etwas anderes darstellen wollen oder sich überschätzen. Viele wollen heute mehr sein, als sie sind. Das ist nicht gut.

Dr. Jaroch und Rafael Nadal

ThinkOOTB: Was zeichnet einen guten Zahnarzt aus?

Jaroch: Er sollte sich weiterbilden! Überall steht "Zahnarzt aus Leidenschaft" oder "Liebe zur Zahnmedizin" und dann kommt nichts - das ist doch alles quatsch! Weiterbildung, lebenslanges Lernen - das bringt dem Patienten wirklich was. Es geht ja um den Patienten, der sollte eine ordentliche Arbeit bekommen. Dabei gibt es heute eine so große Auswahl an Möglichkeiten wie noch nie. Die muss man natürlich kennen. Aber eine gute Füllung bleibt eine gute Füllung. Da muss es nicht immer gleich eine Teilkrone oder sonst was sein.

ThinkOOTB: Muss gute Zahnmedizin immer auch teuer sein?

Jaroch: Nein. Sie kostet heute aber natürlich was. Manchmal eben auch viel, vor allem wenn es ästhetisch hochwertige Arbeiten sein sollen - die muss ja jemand bezahlen und die Kassen machen das nicht - die Kasse übernimmt eben nur "ausreichend - also eine 4". Das liegt aber nicht in unserer Hand, das verstehen die Patienten oft nicht, weil das System so kompliziert geworden ist. Gute Materialien und gute Arbeit haben nun mal ihren Preis - ist wie bei nem Wein. Nur ist die Gesundheit eben kein Wein - das muss jeder Patient für sich entscheiden.

ThinkOOTB: Was ist an dem Konzept der Zahnmedizin & Kieferorthopädie besonders?

Jaroch: Das besondere ist, dass ich beides im Blick habe und mich auch mit beidem auskenne. Das ist vor allem in der Ästhetik sehr von Vorteil! Ich habe ein dreijähriges internationales Zusatzstudium mit dem Abschluss Master of Science Orthodontics (Master of Science in Kieferorthopädie) abgeschlossen. Das bedeutet, dass ich mit Zahnspangen einsetzte und die Kinder oder Erwachsenen nur von mir betreut werden. Natürlich darf jeder Zahnarzt Zahnspangen einsetzten - das spreche ich sicher keinem ab - durch eine Zusatzqualifikation erhält man aber schon viel mehr Wissen! Mit dem Master of Science-Studium in Parodontologie/Implantattherapie in Freiburg bin ich nächstes Jahr fertig. So können ganze Familien bei mir behandelt werden und ich kenne immer alle Zahndetails. Für mich sind kurze Wege für die Patienten wichtig. Und Vertrauen! 

Dr. Jaroch und die Barlegende Charles Schumann

ThinkOOTB: Warum ein Master? Und kein Facharzt für Kieferorthopädie?

Jaroch: Das war eine sehr bewusste Entscheidung! Ich halte die Facharztstruktur in Deutschland für veraltet! Als Facharzt für Kieferorthopädie darf man NUR noch Zahnspangen machen - das wollte ich nach dem langen Studium auf gar keinen Fall. Ich kann so viel mehr und mir macht auch so viel mehr spaß - warum soll ich mich dann einschränken? Da war der Master genau das Richtige. Als Master darf ich auch weiter Zahnmedizin betreiben, was vor allem für mich als Ästhetiker enorm wichtig ist, denn ästhetische Behandlungen sind immer Kombinationsbehandlungen aus verschiedenen Fachgebieten. Der Studienleiter Prof. Dr. Dr. Müßig war natürlich auch ein sehr wichtiger Grund! Prof. Dr. Dr. Müßig, der ein sehr angesehener Kieferorthopäde ist, hat jahrelang an deutschen Universitäten als Facharzt Studenten in der Kieferorthopädie unterrichtet, bis er schlussendlich seine "Vision" vom europaweit anerkanntem Mastertitel in Kieferorthopädie umsetzen konnte. In Deutschland war das nicht möglich - die Strukturen sind viel zu eingefahren! Ich habe meinen Master daher komplett auf Englisch im Ausland absolviert!

ThinkOOTB: Was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem in der Zahnmedizin?

Jaroch: Das die Medien so tun, als würden wir Zahnärzte über die Kosten entscheiden. Das stimmt nicht - wir haben strikte Vorgaben, was als Mehrleistung vom Patienten gezahlt werden muss - das bestimmen andere und nicht wir! Es wird aber so getan, als wären die Ärzte diejenigen, die sich das alles frei ausdenken! Und es stört mich, dass der Patient nicht zwischen nötig und unnötig unterscheiden kann. Er sieht nur den Preis – und der sagt nichts aus. Das ist nicht gut, denn teuer ist nicht immer gleich gut - es kann aber tatsächlich besser sein. Deswegen rede ich viel. Ich versuche den Patienten die Unterschiede zu erklären. Entscheiden kann dann nur der Patient. 

ThinkOOTB: Was ist heute das Wichtigste in der Zahnmedizin?

Jaroch: Gute Mundhygiene! Und eine gute professionelle Zahnreinigung. Dann braucht es keinen Zahnersatz. Nur machen das zu wenige. Viel zu wenige. Das ist sehr schade.

ThinkOOTB: Was ist für Sie das schönste Lob?

Jaroch: Wenn mir Patienten sagen, dass sie sich bei mir wohl fühlen. Und die Japaner haben einen tollen Spruch: „Ein Teller ist perfekt, wenn man nichts mehr wegnehmen muss“. Das gilt auch für meine Behandlung. 

ThinkOOTB: Wie sind Ihre Zukunftspläne?

Jaroch: Wir werden nächstes Jahr umziehen – damit werden wir aber nicht größer! Größe ist für mich nicht die Lösung für gute Zahnmedizin. Wir brauchen einfach modernere, barrierefreie Praxisräume und zentrumsnähe. Beides bekommen wir damit. Ich bleibe der „Alte“ und nehme mir nach wie vor sehr viel Zeit.

So Jungs – jetzt habt ihr mich aber lange genug aufgehalten!

ThinkOOTB: Danke für Ihre Zeit!

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