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Interview mit ThinkOOTB

„Mir ist wichtig, dass die Menschlichkeit in der Behandlung an erster Stelle steht“

Ein Vormittag in der Praxis für Zahnmedizin & Kieferorthopädie in Singen am Bodensee. Die Celebrity Marketing Agentur ThinkOOTB aus Berlin empfing den stets lachenden Dr. Martin Jaroch in seiner Praxis. Dr. Jaroch – der nicht gerne „Dr. Jaroch“, sondern einfach nur Martin oder Herr Jaroch genannt werden möchte, Ende 30, ist da, so wie er irgendwie immer da ist. Aus einer kleinen unbekannten Praxis machte er eine Praxis, die man heute weit über die Grenzen von Singen hinaus kennt. Auf unnachahmlich bodenständige Art sprach der „Mann aus Berlin“ über seine Karriere und seine Zukunftspläne.

ThinkOOTB: Herr Jaroch, man trifft Sie täglich hier in ihrer Praxis und von Patienten haben wir gehört, dass Sie auch Mails und 11 Uhr abends beantworten. Wann wird Ihnen das auch mal zu viel?

Jaroch: Das wird nicht passieren.

ThinkOOTB: Warum?

Jaroch: Ich gehe immer gerne an meinen Arbeitsplatz, und so lange die Patienten das spüren, sehe ich keinen Grund, nicht immer erreichbar zu sein. Es macht mir Spaß, und meine Neugierde treibt mich an. Ich habe noch Pläne.

ThinkOOTB: Warum sind sie 2010 von Berlin an den Bodensee gegangen?

Bin ich nicht. Ich war vorher 1 Jahr in der Schweiz und 1 Jahr in Österreich. Dann bin ich an den See.

ThinkOOTB: Und warum dann der Bodensee?

Hat sich so ergeben. Aber ich bin froh drum. Berlin ist unüberschaubar, der Bodensee entschleunigt. Das tut hier allen gut.

ThinkOOTB: Fiel es jemandem wie ihnen nicht schwer, Berlin zu verlassen? Ich meine sie waren Model für Größen wie Michalsky und Mustang – da ist der Bodensee doch ein großer Unterschied!

Jaroch: Stimmt. Aber Berlin ist ja nicht aus der Welt. Ich bin immer noch mehrmals im Jahr in der Stadt. Modeln hat gutes Geld gebracht, um Zahnmedizin zu studieren. Ich brauchte diese Einnahmen. 

ThinkOOTB: Und heute?

Jaroch: Mache ich auch noch, wenn ich Zeit habe. Viel Zeit bleibt da neben der Praxis aber nicht. Das ist aber völlig ok so.

ThinkOOTB: Stimmt es, dass sie das Studium an der Charité unter den 10% der Besten in der Regelstudienzeit abgeschlossen haben?

Jaroch: Stimmt.

ThinkOOTB: Und?

Jaroch: Ich musste nur einen ganz kleinen Teil meines BAföG´s-Kredites zurückzahlen. Nur das hat mich interessiert. 

ThinkOOTB: Warum möchten sie nicht gerne „Dr. Jaroch“ genannt werden?

Jaroch: Ist unnötig. Das schafft eine künstliche Distanz zwischen mir und den Patienten. Das möchte ich nicht. Ich mag es lieber direkt.

ThinkOOTB: Sie sind ein erfolgreicher Zahnarzt – haben Sie auch mal Zweifel?

Jaroch: Vor allem bin ich Mensch. Man sollte nie aufhören, sich selbstkritisch zu prüfen. Doch irgendwann im Leben sollte man mit sich im Einklang sein und nicht etwas anderes darstellen wollen oder sich überschätzen. Viele wollen heute mehr sein, als sie sind. Das ist nicht gut.

ThinkOOTB: Was zeichnet einen guten Zahnarzt aus?

Jaroch: Er sollte den Beruf mögen. Und an erster Stelle steht für ihn der Patient. Der sollte eine ordentliche Arbeit bekommen. Dabei gibt es heute eine so große Auswahl an Möglichkeiten wie noch nie. Die muss man natürlich kennen. Aber eine gute Füllung bleibt eine gute Füllung. Da muss es nicht immer gleich eine Teilkrone oder sonst was sein.

ThinkOOTB: Muss gute Zahnmedizin immer auch teuer sein?

Jaroch: Nein. Sie kostet heute natürlich was. Manchmal eben auch viel. Das liegt aber nicht in unserer Hand. Die Materialien und die Arbeit haben nun mal ihren Preis.

ThinkOOTB: Was ist an dem Konzept der Zahnmedizin & Kieferorthopädie besonders?

Jaroch: Das besondere ist, dass ich beides im Blick habe und mich auch mit beidem auskenne. Ich habe ein dreijähriges Zusatzstudium als Master of Science in Kieferorthopädie. Mit dem Master of Science-Studium in Parodontologie/Implantattherapie in Freiburg bin ich nächstes Jahr fertig. So können ganze Familien bei mir behandelt werden und ich kenne immer alle Zahndetails. Für mich sind kurze Wege für die Patienten wichtig. Und vertrauen! 

ThinkOOTB: Was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem in der Zahnmedizin?

Jaroch: Das der Patient nicht zwischen nötig und unnötig unterscheiden kann. Er sieht nur den Preis – und der sagt nichts aus. Das ist nicht gut, denn teuer ist nicht immer gleich gut. Deswegen rede ich viel. Ich versuche den Patienten die Unterschiede zu erklären. Entscheiden kann dann nur der Patient. 

ThinkOOTB: Was ist heute das Wichtigste in der Zahnmedizin?

Jaroch: Hygiene. Und eine gute Zahnreinigung. Dann braucht es keinen Zahnersatz. Nur machen das zu wenige. Viel zu wenige.

ThinkOOTB: Was ist für Sie das schönste Lob?

Jaroch: Wenn mir Patienten sagen, dass sie sich bei mir wohl fühlen. Und die Japaner haben einen tollen Spruch: „Ein Teller ist perfekt, wenn man nichts mehr wegnehmen muss“. Das gilt auch für die Behandlung. 

ThinkOOTB: Wie sind Ihre Zukunftspläne?

Jaroch: Wir werden nächstes Jahr umziehen – damit werden wir nicht größer! Größe ist für mich nicht die Lösung für gute Zahnmedizin. Wir brauchen einfach modernere Praxisräume und zentrumsnähe. Beides bekommen wir damit. Ich bleibe der „Alte“ und nehme mir nach wie vor sehr viel Zeit. So Jungs – jetzt habt ihr mich aber lange genug aufgehalten!